Wednesday, 8 June 2016

Und noch ein paar Gedanken übers selbe Thema...

Fortgesetzt:

Bei anderen Stoffen hab ich keine Idee was damit tun - nur sind die übrig gebliebenen so schön dass ich es nicht über mich bringe sie zu entsorgen - wenn ich es täte: ich weiss genau dass ich mir das gleiche nochmal kaufen würde. Was dann Grund ist es doch zu behalten. Das ist das Dilemma: ich möchte gerne schöne Sachen haben, aber ich will nicht dass mir die Menge an Sachen dann über den Kopf wächst und mich dieser Übermass emotionell erstickt.

Ich will gerne die Sachen die ich bewusst behalten habe dann mehr schätzen - aus genau dem Grund dass ich das mit dem behalten auch wirklich bewusst gemacht habe.

Und dass ich weiss wo ich sie habe. Ich könnte die allerschönsten Sachen der Welt haben - wenn ich nicht weiss wo sie sind, dann nützen sie mir absolut nix! 

Ein bisschen strategisches Zusammenlegen wäre auch gar nicht übel: wenn ich alle Futterstoffe in eine geschlossene Plastikwanne (die Dinger mit gut schliessendem Deckel) lege, dann finde ich die auch leichter wieder.  Dazu fällt mir ein dass ich so an die 3-4 Futterstoffe angebraucht habe, aber ich hab noch übrig gebliebene Stücke mit denen ich nicht tierisch viel anfangen kann. Aber ich brauche doch mal ein kleines Stück für Sachen wie Futter für einen Hut. Und vielleicht fällt mir auch noch eine Methode ein mehere Futterstoffe in einem Projekt zu verbrauchen?)

Das Problem bleibt das gleiche: schöne Sachen sind schön, mehr schöne Sachen sind noch schöner, aber zu viele Sachen sind zuviel und dann ich leide daran dass es mir über Kopf wuchs.  Und es ist total egal wie Sachen aussehen oder sind wenn ihre Menge nicht mehr aushaltbar ist.


Dann gibt's noch das Problem dass ich immer wieder durch meine Stoffe gekuckt habe um versuchen etwas wegzugeben und los zu werden, und bin auf nichts gestossen dass mir nicht mehr gefällt oder das nicht mehr brauchbar ist.  Aus diesem Grund ist es dann sehr deprimierend wenn ich nach einem Stoff suche den ich aufbrauchen will und mir nichts so recht passt.  Das sollen doch alles Materialien sein die schön sind!  So schön dass ich mich nicht von ihnen trennen kann!

Mach ich zu hohe Ansprüche von dem was ich behalten habe?  Denke ich das müssen Stoffe sein die dann total doll sind?  Und sie sind's doch nicht?  Oder liegt es einfach daran dass ein Projekt alle möglichen Eigenschaften verlangt in einem Stoff den halt nun mal nicht sehr viele Stoffe erfüllen können?

Z.B. ein fester Stoff für einen Rock: er muss dick und fest genug sein um nicht zu schlabbern, jedenfalls für einen gerade geschnittenen Rock.  Knitterfest sollte er dann auch noch sein, und eine Farbe die ich auch für einen Rock mag...

Und damit häufen sich die Eigenschaften durch die recht viele Stoffe ausscheiden.

Was mir mit Blusen und anderem oft als Problem begegnet ist: ich hab oft nicht genug Stoff (und müsste mich dann für eine Kurzarmbluse oder sogar ärmellose entscheiden), und zum anderen Teil hab ich Stoffe die ideal für eine Bluse wären die ich machen will aber die Menge die ich habe ist für ein Kleid geeignet!  Was fang ich mit dem Rest an? Eine zweite Bluse im selben Stoff will ich nicht und ich hab doch auch die Länge gekauft um ein Kleid draus zu machen!

Ach herrje.

Also, das hab ich noch nicht gelöst.  Ich weiss aber auch dass meine Stoffe nocht nicht gut genug katalogisiert habe. Ich weiss nicht gut genug was ich habe, und wieviel davon.

Ach herrje.






Wednesday, 1 June 2016

Harmonie tut mir gut

Was ich gelernt habe: ich bin nicht perfekt, und ich will auch nicht perfekt sein! (‘perfekt sein' ist mir ein Gräuel)
 
So bin ich an den Gedanken gekommen:
 
Ich schätze es sehr wenn die Harmonie um mich herum herscht und sich alles so schön ausgewogen anfühlt: ein aufgeräumter Lebensraum der unbelastet von Chaos des herumliegenden Gruschtes ist. Das ist ein schönes Leben!
 
Ich hab dieses Problem mit Sachen die liegen bleiben und das Problem ist dass das Zeug dann auch ewig liegen bleibt.  Als ob es angewurzelt ist an welchem Ort es auch immer mal zu liegen kam!  Furchtbar.  Ich wälze Sachen manchmal um, oft schiebe ich sie auch nur von einem Fleckchen zu anderen, oder ich beuge um.
 
Also eigentlich stecke ich ganz schön was an Arbeit rein um das Zeug rumliegen zu haben!
 
Was ist der Unterschied zwischen rumliegen und mir ein Grauen sein, und aufgeräumt zu sein und mir damit gut tun?
 
Wenn Sachen an ihrem richtigen Platz sind, dann sind sie aufgeräumt – sie fühlen sich harmonisch an.  Ich muss mir überlegen welcher Platz für eine Sache der richtige Platz ist, ohne geht das nicht.  Das ist der erste Schritt.  Gleiches zu gleichem fühlt sich auch sehr gut an: dann finde ich das Zeug auch leichter wieder und damit fällt auch ganz schön was an Last von mir ab.
 
Das ‘aufräumen‘ scheitert oft daran dass es sich nach so einem Kraftakt anfühlt.  Dass man sich so verausgaben muss.  Aber die Sache ist die: wenn ich ein bisschen was auf einmal anpacke dann geht das viel leichter.  Dann fühlt es sich nicht nach brutal viel Arbeit an. 
 
Ich hatte am Samstag eine Freundin zu einer Nähsession eingeladen, - ich wollte mich nicht schämen, und auch den vorhandenden Raum gut nützen können. Es hat auch gut mit dem Aufräumen geklappt: ich hatte nicht alles bis zum letzten Drücker liegen gelassen sondern frühzeitig angefangen Sachen an ihren rechten Platz zu legen.  Das hat gut getan.
 
Wir haben zusammen genäht, abgemessen, den Schnitt abgeändert und Fotos aufgenommen.  Da hat es sich dann doch etwas gerächt dass ich das letzte Zeug doch nur in eine Ecke gestopft hatte: die Ecke hat es verhindert dass ich leicht die Schubladen meiner Nähkommode aufmachen konnte. Upps. Das merke ich mir fürs nächste Mal.
 
Es hat sich gut angefühlt dass wir uns in dem Zimmer rühren konnten. Die Nähmaschine, der Spiegel und das Bügelbrett waren alle gut zugänglich.  Da kann ich mir verzeihen dass es die Nähkommode nicht war. Drei Sachen von vieren ist schon ganz schön gut!
 
Nun ist die Nähsession vorbei und das Zimmer ist noch (relativ) gut aufgeräumt.  Ich möchte es so gerne auch so halten!  Dass es weiterhin harmonisch ist und ich nicht in Chaos untergehe.
 
Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und natürlich hab ich gleich wieder angefangen Sachen rauszuziehen die dann fast alle wieder liegen geblieben sind.  Manche weil ich sie nicht richtig aufgeräumt hatte und etwas brauchte und dann wieder nicht wusste wohin damit (aha, Schritt 1: ich muss mich entscheiden: wo ist der richtige Platz!?) und anderes weil ich es nicht gleich wieder weg tun wollte.
 
Ich hab Bücher mit Strickmustern, Wolle, Nadeln und andere Strickangaben rausgezogen.  Ich konnte mich nicht recht entscheiden welches Garn ich in welchem Muster stricken wollte.  Dass die Sachen erstmal offen rumlagen hat mir für kurze Zeit auch gut getan: ich konnte alles anschauen was mich angemacht hat – es war alles schön in meienm Blickfeld damit ich mich entscheiden konnte.
 
Leider passiert dann dieses Dings – ich merke nicht wann der Zeitpunkt ist wenn das Zeug rumliegt obwohl ich es nicht mehr im Blickfeld gebrauchen kann.  Es ist mir wohl auch nicht klar wann ich mich etwas anderem zugewendet habe und aufgehört habe diese Sache zu machen.  Das fällt mir erst nach einer ganzen Weile auf.
 
Und ich muss ja auch nicht von mir verlangen dass ich alles aufräume sobald die Minute da ist in der ich Zeugs nicht mehr brauche!  Es reicht doch auch wenn mein Blick auf etwas fällt und mir einfällt dass ich das nicht rumliegen haben brauche.
 
Und dann räume ich ein oder zwei Sachen auf einmal auf.  Es muss wirklich nicht gleich alles in einem Schwung sein!  Das ist zuviel Kraftakt.
 
Und dann gibt’s noch eine Überlegung auf die ich mit meinem Strickzeugs dem rausgezogenen gekommen bin: wenn ich sofort aufräume sobald mir auffällt dass was da liegt – bis alles wieder wie in einem Showhaus in der Ausstellung aussieht – da würde ich mich auch nicht wohlfühlen.  Es muss okay sein wenn ein bisschen was rumliegt, das lässt den Raum dann wohnlich aussehen.  Wenn alles weggesperrt ist dann ist das auch nicht doll.
 
Aber den Anspruch zu haben dass immer gleich wieder alles weggekommt, und dass es dann der Riesenaufwand an Kraft ist: nein, das ist mir zu blöd. Perfekt bin ich nun mal nicht, und ich will es auch gar nicht sein!
 
Das wäre ja gräuslich.
 
 
Fazit:
 
  1. Mich für den richtigen Platz für etwas entscheiden
  2. Immer wieder mal gescheit hinschauen um zu sehen was Chaos ist und weg kann (und was schön wohnlich aussieht)
  3. ...und dann nur ein paar Sachen auf einmal aufräumen.  Ich kann sowas auch auf mehrere Male anpacken, so geht es auch!
     
  4. Und freuen!  Dass es so schön aussieht und ich mich wohlfühle!