Thursday, 24 March 2016

Harmonie ist schöner!


Na so was, diesen Post hier wollte ich schon vor den vier oder so vorigen reinstellen und hab es wohl nicht als beendet betrachet, oder so? Keine Ahnung. Mit Verspätung aber trotzdem:


Diese Woche hatte ich mit einer Freundin gesprochen die ich sehr darüber bewundere dass sie zu einer Therapeutin gegangen ist um einiges durchzusprechen.
Sie hat mir nicht viel darüber gesagt was so im argen lag bei ihr aber sie erzählte einer dritten Freundin was auslöste dass sie hin ging: sie fühlt sich von einigem in ihrem Leben überwältigt und vielleicht auch etwas bedrängt.

Sie hat dann die Therapeutin nicht als solche, in dieser Rolle eben, gesehen sondern nannte sie immer 'die Frau mit der sie Zeugs besprechen geht'. Das hat ihr glaube ich gut getan, dass es sich auch nicht so bierernst angefühlt hat.
Daraus hat sich dann am Ende herausgeschält dass meine Bekannte gerne Hilfe damit hätte dass sie so sehr viel zuhause ansammelt und es nicht den Kram und Gruscht wieder loszuwerden.

Die Therapeutin hat ihr dann Gruppen empfohlen und nun geht sie zu einer dieser Gesprächsrunden. Es war sehr interessant mit ihr darüber zu reden was da bei vielen los ist dass sie zum "Messi" werden. Es sind oft Krisen die das auslösen, es geht um emotionelles das in einem angesprochen ist und das man nicht leicht von alleine lösen kann. Oft ist das Festhalten an diesem ganzen Kram ein Versuch Kontrolle zu behalten oder zu erlangen (und darin liegt die Ironie: genau die Kontrolle verliert man wenn man zuviel Zeug um noch den Überblick zu behalten. Ertrinken in Gerümpel hat nun absolut nichts mehr mit Kontrolle zu tun). Manchmal sind es Erinnerungen an glückliche und gute Zeiten die man versucht festzuhalten... Da ist so einiges los.

Ich hab oft gefunden dass ich soviel Zeug herumstehen und liegen habe weil ich jeden freien Raum so sah dass da nun Platz ist um was reinzuquetschen. Und dann ist es ja auch kein Wunder dass ich nichts losgeworden bin, weil damit diese komische Sache freiwurde: leerer Platz!

Inzwischen finde ich dass leerer Platz einen sehr wichtigen Zweck hat: der Platz um ein Objekt herum hebt den Wert des Objekt weil wir es besser sehen können, dass es dort glänzen kann.
Das Widersinnige ist ja auch dass um so mehr man an Zeug loswird, um so mehr schätzt man die Sachen die übrig bleiben.

Und das schaut dann auch so schön harmonisch aus! Platz und weniger Sachen.



Der andere Grund warum ich über dieses Thema (schon) wieder reden wollte ist mein Stash, beides an Wolle und an Stoffen. 'Stash' is das schön kurze englische Wort für eine Anhäufung an Zeugs aus dem man schöpfen will wie einem Schatz, - und wenn es der übermässige Stash geworden ist, dann fühlt sich das schon nicht mehr als eine Sammlung an, aber dann zu einem Übermass an Sachen gewachsen ist mit dem man nicht mehr so wirklich zurecht kommt. Stash is allerdings einfach nur die Ansammlung selber, und das übermässig Angehäufte und dann der Stash der ins uferlose angewachsen ist.

So 'n Ding.

Ich habe Schwierigkeiten mit der Unzahl an Wolle und Stoffen die ich besitze. Ich dachte schon dass ich das alles mehr in Griff bekommen hätte (schön wär's), aber leider hab ich seither nochmal einige Behälter gefunden in der NOCH mehr von dem Zeug drin ist!
Ich glaube nicht dass ich das alles jemals aufbrauchen können werde, und noch trauriger ist dass ich es nicht vor mir selber verantworten kann mir etwas neues an Stoff oder Wolle kaufen, schnief! Ich mache das trotzdem und das Gefühl NOCH mehr in mein Zuhause zu stopfen ist gar nicht gut. Das fühlt sich sogar recht mies an.

Ich bin schon einiges losgeworden wenn mir bewusst wurde dass ich diesen Stoff oder dieses Garn nie verwenden werde weil er mir doch nicht gut genug gefällt, oder was ich sonst an Gründen finden konnte. Ich suche angestrengt nach guten Gründen! Das verspreche ich.
Ich hab immer noch viel zu viel.

Eine Methode zum viel verbrauchen ist einfach mit einem Stoff oder Garn loszulegen und draufzu zu machen. Da kann dann keine Organisationsversuche Verzögerungen einführen. Da tut sich schon mal was.



(Ich mache ein anderes Mal weiter, das wurde hier schon zu lange!)

Wednesday, 23 March 2016

Diese kleinen Errungenschaften

Hurra! Ich bin wieder daran Sachen zu erledigen und so ein bisschen hier und ein bisschen dort alles mögliche aufzuarbeiten.

Ist das ein tolles Gefühl!



Ich hab es geschafft zwei selbst gestrickte Spitzenschals zu reparieren: eins hatte nur ein kleines Löchlein wo der Faden gerissen war, das andere was ein komplizierter Schal mit mindestens zwei Mottenlöcher.

Ach was hasse ich doch die Motten! Sollen sie sich in was anderes reinfressen, aber nicht in meine schönen selbstgemachten Sachen! Statt nur so 2-3 Löchern, hab ich doch glatt sechs gefunden! Ich bin sehr froh dass ich grad in dem Schwung drin war. Für den anderen mit dem gerissenen Faden musste ich mir behelfen in dem ich farblich passenden Nähfaden genommen habe: ich hatte alle Wolle aufgebraucht und konnte mir nicht vorstellen da nochmal was aufzumachen und so abzuketten dass ich genug losen Faden gewonnen hätte. Deswegen hat das ja auch so lange gedauert.

Dann hab ich mich an einen schwarzen Pullover gemacht an dem viel weniger noch zu machen war als ich mich erinnern konnte, das war auch so ziemlich ruckzuck getan - das hatte auch wieder an etwas gehakt das ich nicht wirklich lösen konnte: ich hatte vor sieben Jahren einen Fehler gemacht beim Rückenteil stricken und musste das wieder aufrebeln. Die Wolle blieb dann sehr gekringelt und sieht nicht mehr glatt aus neugestrickt. Ich frag mich ob sich das mit waschen wieder legt. Nun ja, das ist etwas das ich nicht lösen kann und muss das einfach so hinnehmen wenn ich den Pulli tragen will. Sei's drum.



Was noch?

Ich hatte einen schwarzen Rock angefangen zu nähen (eigentlich sollte ich ja meine alten Projekte beenden aber soweit ich das bestimmen kann zählt für mich aller Fortschritt! Ob mit neuen oder alten Sachen - alles ermuntert mich) - und den hab ich auch fertig genäht! Schön ist er auch geworden, nur ist er zu weit an der Taille! Er rutscht mir unter den Bauch. Ach herrje. Da will ich nochmal dran: es gibt zwischen den vorderen drei Panelen die zwei Saumstellen an denen ich gut diese 3 cm abnähen kann - das sollte kein grosses Ding sein. Solange ich das nicht aufschiebe!

Aber dafür ist der Stoff zu schön, und der Rock ist recht erfolgsversprechend - und das ist es was mich anspornt: wenn ich sehen kann dass bei meinen Bemühungen auch was raus kommt!

Also, was hab ich gelernt?

Wenn eine Sache schwierig wird und ich nicht so recht sehe wie das lösen kann, dann bleibt das oft liegen. Auch wenn ich fürchte dass es recht lange dauern wird, dann auch. Die weitere Schwierigkeit bei diesen Sachen ist es dass ich dann vergesse was ich auf die Seite gelegt habe. Ich komm gar nicht mehr drauf was ich rumliegen habe bei dem ein bisschen kucken und überlegen weiterhilft.

Ich komme vor allem nicht drauf dass so was aufgeschobenes vermutlich gar nicht viel braucht um vollendet zu warden, damit fängt das Haken an. Die Sachen zu vergessen macht es dann noch schwieriger.

Warum ich das wohl mache?  Ich schiebe da Zeugs in ein schwarzes Loch das immer grösser wird bis ich etwas daraus hervorhole, und hab damit aus dem Kopf draussen was ich da als 'schwierig' sehe. Es könnte gut das Bestreben sein unangenehmes wegzuschieben.

Zu oft ist man aber auch in einer Stimmung in der dann gar nichts geht. Um so besser wenn ich die Zeiten nützen kann in denen es funktioniert!

Ein Formular hab ich ausgefüllt um ein Zeugnis zu ersetzen dass ich nun schon seit Jahren suche, - ich hab sogar herausgefunden dass ich auch relative leicht eine Kopie anfordern kann. Also mache ich jetzt beides. Das fühlt sich so super und befreiend an dass ich das angepackt habe und dass da was dabei herauskommt!

Dann hatte ich von meiner Arztpraxis nun schon den dritten Schriftbogen angefordert um mich online bei denen zu registrieren. Damit werde ich dann auch Termine übers Internet ausmachen können. Das hatte ich ein Jahr vor mir hergeschoben weil es mit den ersten beiden Schreiben nicht geklappt hat das rechtzeitig durchzuziehen. Ich hatte das beide Male zu spät versucht. Einen davon hatte ich auch verschusselt und es dann gar nicht mehr probiert. Gute Sache dass sie das beim Arzt anstandslos gemacht haben, da gibt es genug Leute und fiel nicht wirklich auf. Sonst hätte ich das bis heute nicht gemacht weil es mir zu peinlich gewesen wäre!

Da geht es wieder um dieselbe Sache: wenn sich etwas als zu schwierig anfühlt, als unangenehm. Dann ist es ja auch kein Wunder warum ich sowas nicht so leicht schaffe, nicht wahr?


Aus dem Grund kann ich Druck von mir nehmen - die Lösung des Problems besteht darin mir einzugestehen dass es nunmal um was schwieriges, unangenehmes geht dass ich nunmal nicht so einfach anpacke...

Vielleicht nützt es mir was wenn ich mir den Schwierigkeitsgrad meiner 'zu erledigenden Sachen' überlege und dann so einteile dass ich mir ein oder zwei einfache Sachen mit einer recht unangenehmen Sache vornehme. Die leichteren Sachen können mir dann das Erfolgserlebnis geben dass ich dann für die schwierige Sache brauchen kann. Vielleicht geht es so?