Friday, 31 October 2014

Ziel strebig?

Ich musste gerade so nachdenken, über das Leben, Erfahrungen, was ich vorhabe, was ich erreichen will, was ich überhaupt will - und dabei ist mir das Wort 'Ziel' eingefallen.  Und dass es mir überhaupt nicht gefällt.


Es klingt nach etwas dem man hinterherrennen muss, oder sich tierisch reinhängen um auf diese Zielpfosten zu zu rennen - um sie dann irgendwann zu erreichen.  Zu versuchen zu erreichen.

Bei allem was ich mit Zielen verbinde geht es um unerreichtes, nicht geschafftes.  Es ignoriert den Werdegang, den Prozess etwas zu lernen: zu leben und zu erleben.  Voll im Leben zu stehen, zu geniessen, richtig durch zu atmen!

Es scheint mir so dass der Fokus auf ein Ziel unterwertet was man unterwegs lernt, wie man daran geht ein Ziel zu erreichen.  Es scheint mir alleine darum zu gehen dieses Ziel auch zu erreichen. Und sich sehr abzumühen dabei.

Und was dann?

Man könnte neue Ziele setzen, ja okay, oder eins das man nie erreichen kann - wie deprimierend wäre das?

Ich schiele schon genug auf Sachen die in der Zukunft liegen: der Zeitpunkt von dem ab die Tage wieder länger werden, den Tag an dem die Uhren wieder auf Sommerzeit umgestellt werden, die Frühlingstage in denen es wieder wärmer wird...

Ich will nicht auch noch mir irgendwelche blöden Ziele vornehmen und dann unter dem Gefühl leiden dass ich die sowieso nicht schaffe.

Stattdessen will ich lieber Absichten formen, Ideen und Überlegungen mit deren Hilfe ich im Hier und Jetzt lebe - Erfahrungen mache, dazu lerne, mein Leben leben in dem ich was erlebe.

Nix von wegen Ziele stecken, auf 'morgen' schielen. Ich will lieber bewusster leben, jetzt und hier, und mich daran freuen.



Wednesday, 22 October 2014

Weniger!

Ich habe eine aufregende Entdeckung gemacht: wenn man recht wenig Klamotten hat dann schätzt man sie um so mehr!

Ich trage auch die Kleidungstücke die nach meinem Ausmisten übriggeblieben sind mehr, und was das allerbeste ist: ich finde sie so sehr viel leichter wieder!

Wie befreiend, erleichternd und wohltuend sich das anfühlt!  Ich bin ja so froh dass ich das jetzt rausfinde und nicht erst in zig Jahren!  Okay, hätte ich auch schon früher haben können, aber ich hab nun mal nicht und warum vergossener Milch hinterher heulen?  Das bringt’s nicht.

Jetzt ist besser!

Das ermuntert mich sehr danach auch andere Bereiche meines Wohnens und Lebens in Betracht zu ziehen und überlegen zu können: was davon kann weg damit ich mich leichter und unbeschwerter fühle?  Damit ich so richtig aufatmen kann?

Das sind ganz andere Überlegungen als die wie ich es schaffen kann mich von meinen langgehegten lieben Sachen zu trennen.  Deren Anzahl war zwar eine Bürde und das hab ich auch voll eingesehen, aber ich wusste nicht wie gut es tut wenn man das Übermass los wird.

Es ist wirklich herrlich, ich kann es nur empfehlen!  Ein Riesen Lob aufs Loswerden!!

Hip, hip, hurra und all das.


Zwei der Bereiche die unwahrscheinlich lichter werden müssen sind meine Vorräte an Stoffen und Wolle.  Das üble daran ist dass ich nicht finden kann wonach ich suche wenn ich ein neues Projekt anfangen will.  Ich muss mich dann mit etwas begnügen das mir nicht wirklich vorschwebte.  Das fühlt sich nicht so doll an.

Andererseits habe ich auch einige Stoffe und Garne bei denen ich ganz genau weiss was ich daraus machen will.  Ich hab bestimmte Projekte im Kopf und vor dem inneren Auge – der Trick ist nur zu denen auch zu kommen.

Das ist mir leider schon seit einer Weile klar: ich kann nur eine bestimmte Anzahl an Klamotten und Sachen pro Jahr nähen oder stricken und ich hab genug Vorrat für einiges mehr als 30 Jahre. Ich werde es nie aufbrauchen.

Ich hab schon so ein paar Stoffe und Garne auf einmal mit zu Näh- und Stricktreffen genommen und versucht weiterzugeben.  Zum Teil konnte ich auch, manchmal musste ich einiges wieder mit nachhause nehmen.  Ich hab mich mit dem ganzen Zeug total vertan als ich es gekauft hatte – das war eine Freude!  Nur inzwischen sitze ich auf dem Zeug und weiss nicht was damit tun.

Die letztendliche Lösung ist die Materialien die ich gar nicht mehr brauchen kann und auch nicht loswerden kann, dann halt an charity shops weiterzugeben.  Oder die Stoffe dann halt in den Kleidercontainer am Supermarkt zu schmeissen.  Aber das tut mir schon sehr leid um die schönen Sachen.

Die ollen Teile hab ich ja schon vor langem auf die Weise entsorgt, es sind die schöneren Sachen die übrig geblieben sind.  Quilten ist eine gute Methode viel Stoff auf einmal aufzubrauchen: um die Patchworkteile für Quilts zu machen, da geht schon einiges an Stoff und vor allem auch kleinere Stücke von vielen Stoffen dabei drauf.  Ich sollte, und will ja auch!, mich auf Projekte einstellen die kleiner sind: nicht nur die grossen Quilts die ein ganzes Bette bedecken, sondern Taschen und Stoffbeutel, Kosmetiktaschen, Platz Sets, Tischläufer, was zum Aufhängen, Kissenbezüge... Da gibt es einiges.  Sogar so Sachen wie Beutel für Wäscheklammern oder Etuis für Scheren oder sonst was!  Sogar Hausschuhe oder Krawatten – naja, an so was mach ich mich eher nicht, lieber Taschen!

Mal sehen wie das läuft.

 
Der nächste Schritt wird es sein mein Zimmer so einzuräumen dass ich sehr leichten Zugang zu meinen ganzen Näh- und Stricksachen habe. Ich bin erst vor kurzem umgezogen und noch nicht so eingerichtet dass ich auch tatsächlich das finde was ich brauche.  Da passiert es dann dass ich was anfange und nicht weiterkomme weil ich den Markierstift nicht finden kann, oder finde es ungemein schwieriger ohne einen Auftrenner zu leben.

Sobald die Handwerker da waren und das Fenster gerichtet haben: ab da will ich mich wieder drauf stürzen.

Wünscht mir Glück! Und natürlich auch gutes Vorankommen – was ich auch allen wünschen möchte die diesen Blogpost lesen sollten.  Was liegt bei dir so an, was willst du verringern oder bewältigen? Irgendwelche schöne Pläne um etwas zu machen?

Monday, 6 October 2014

Weitere Überlegungen

Wie geht das eigentlich uns zu bessern mit etwas das wir früher nicht konnten?



Ich überlege immer noch warum mir das Aufräumen so schwer fällt und das wird noch ne ganze Weile so weitergehen: an was liegt es?  Vielleicht bin ich ja nur furchtbar faul und will nicht aufräumen?  Das könnte schon sein.
Der Punkt der diese Überlegung aufhellen könnte ist dass es für mich früher z.B. wahnsinnig schwierig war pünktlich zu sein.  Ich kam nie früh genug an und hab mich ständig über mich selber geärgert.  Und andere damit geärgert.

Das ist heute viel besser.  Eine Freundin fragte mich neulich was sich für mich geändert hat seit ich das besser hinbekomme (!) Das ist eine interessante Frage!  Da wäre ich nie drauf gekommen mich das zu fragen.
Da gibt es mehrere Punkte: ich will nicht immer wieder die Leute enttäuschen die sich mit mir treffen wollen – das fühlt sich gar nicht gut an als der Mensch gesehen zu werden der einfach nicht zuverlässlig ist.  Ich hab mich von mir selber enttäuscht gefühlt und das sass mir im Nacken.  Scheussliches Gefühl.

Und dann hab ich herausgefunden dass ich versucht hatte zu dem “perfekten“ Zeitpunkt loszugehen.  Damit ich nicht zu früh da stehe und mir die Beine in den Bauch stehe.  Das hat sich angefühlt als ob es vergeudete Zeit war.  Grad wenn es drum ging rechtzeitig in der Arbeit sein zu müssen.  Den Druck mochte ich gar nicht.  Das mir aber das zu spät kommen noch mehr auf dem Magen lag, das hab ich irgendwie nicht auf die Reihe gekriegt.  Viel angenehmer etwas Zeit zu haben zum verschnaufen, einen Kaffe machen, oder sogar als ich mal ewig zu früh dran war (so an die 20 Minuten), da hab ich mich einfach hingesetzt und gestrickt.  Das hat Spass gemacht!

Aber zu diesem vemeindlichen “perfekten“ Zeitpunkt los zu wollen, das war eine viel zu hohe Erwartung.  Heute hab ich da noch einen Grund weniger: sobald ich irgendwo etwas Zeit habe, da kucke ich mir irre gerne meinen Twitterfeed an.  Problem gelöst!


Das Aufräumen läuft da auf anderen Schienen.  Es ist schon sehr entmutigend wenn sich das als diese Herkulesarbeit anfühlt: man fühlt sich als würde man ständig aufräumen und wird damit nie fertig.  Es ist nie fertig aufgeräumt.  Da ist immer und immer wieder mehr zu tun!  Es fühlt sich endlos und undankbar an.

Vielleicht liegt die Lösung in einer guten Strategie die ich anwenden kann damit ich dieser Hoffnungslosigkeit nicht mehr so arg ausgesetzt bin?  Vielleicht gelingt es mir ja weniger Unordnung zu kreiieren?  Meistens ist es so dass ein paar Handgriffe später alles schon wieder total durcheinander ist und wieder die tierische Anstrengung erfordert schon wieder aufräumen zu müssen.  Das hab ich ja so was von satt.  Nervig.

Ich habe es mir mit manchen Sachen angewohnt die Strategie von “Echtzeit“ anzuwenden: wenn man schon mal was macht (etwas weglegen) dann soll es auch zählen.  Wenn ich also meine Schere weglege dann lege ich sie sehr oft dahin wo sie hingehört.  Ausser ich weiss ich brauch sie gleich noch mal.  Aber sonst ist sie weggelegt.  Das tut gut.

Ein Gegenstand ist nur dann aufgeräumt wenn er an seinem richtigen Platz ist.  Dafür muss ich entschieden haben was der richtige Platz ist.  Manche Sachen wandern von einem Ort zum anderen und ich wundere mich warum: ich hatte aber nie entschieden wo das Teil "leben" sollte. Natürlich war's dann nirgendwo an seinem richtigen Platz. Ist ja logisch.

Eine weitere gute Strategie scheint mir zu sein weniger Sachen zu haben die sich gegenseitig im Weg umgehen können. Ist ja auch weniger zum wieder aufräumen.  Dann sollte dann alles was ich behalte einen wirklich wichtigen Zweck haben und eine geschätzte Funktion erfüllen.  Da geht's also schon wieder darum mir was zu überlegen und bewusster mit diesen Objekten umzugehen.  Sehr interessant.


Ich möchte sehr gern eine Strategie anwenden zum entrümpeln: "Ein Teil rein? Dann auch ein Teil raus". Wenn ich mir was neues zulege dann muss ich etwas anderes loswerden.
Ich brauche ein bisschen mehr Stauraum (unterm Bett und als Stapel an Kartons) aber ich muss ganz arg aufpassen dass ich diese Behälter nicht einfach vollmache weil ich sie habe.  Da muss dann jedes einzelne Teil den Test der Notwendigkeit bestehen. Nicht nur dass es was taugt sondern dass es zwingend notewendig ist - das ist die Frage.

Ich hab das Gefühl dass ich mir vieles zugelegt habe weil ich konnte. Weil ich es als Bereicherung gesehen habe die ich nicht missen will.  Als ob ich mein Happiness damit messe wieviel ich mir leisten kann.  Das ist absoluter Schmarren! So denke ich sonst nicht, also warum dann mit Besitztümern?
Und da ist es mir dann aufgefallen: als ich beim Umziehen alles mögliche losgeworden bin - das hat sich so angefühlt als würde ich einen Teil von mir selber (so als ob etwas ein Stück meines Körpers wäre) von mir abreissen und verschmähen. Also so was!

Da betrachte ich meine Besitztümer als die Summe dessen was ich auf dieser Erde mein eigen nennen kann. Da hab ich mich dann doch recht nahe am Wasser gebaut gefühlt - ich fing schier zum heulen an.  Gottseidank hat's nicht lange gedauert und dann hab ich mich wieder beruhigt.  Wie oft geht es mir so dass ich etwas tatsächlich vermisse nachdem ich es wegschmeisse? Kaum jemals (ein Kleid hätte ich gerne wieder, aber es ist wirklich nur eins!) - und noch wichtiger: an wieviele Sachen kann ich mich erinnern die ich losgeworden bin?

Hah! An kaum was. Und wenn dann aus dem Grund weil mich dieses Teil furchtbar geärgert hat - aber ganz bestimmt nicht weil ich es vermissen würde.  Also bin ich doch ganz gut zu unterscheiden ob was aus meinem Leben verschwinden kann.  Da sollte ich ein bisschen mehr Vertrauen in die Fähigkeit haben!


Ich bin ja mal gespannt ob mir noch mehr zu diesem Thema einfällt.
 
 

Sunday, 5 October 2014

Das olle Zeug macht mich nicht an

Mir ist ein Grund eingefallen warum es so schädlich ist Altes aufzuheben um es aufzuheben anstelle es sich zu erlauben etwas Neues zu wollen und sich zugestehen. Olles, altes Zeug das es einfach nicht mehr tut für einen: das entzieht einem Energie und Freude. Neues das uns anmacht: da ist dieses Kribbeln da – da lebt einem die Seele auf in der prickelnden Begeisterung dass da etwas ist das einem gut tut und einen anspricht!

Warum auf diesen Energieschub verzichten?  Das wäre Bescheidenheit die einem Lebensfreude abzieht.



Mir ist das gerade aufgefallen nachdem ich in Gedanken meine Riesenansammlung an Wolle durchgegangen bin.  Eine Freundin hat der Strickgruppe ein Muster als Knit Along vorgeschlagen.  Hmm, was ist das auf Deutsch?  Da wird vermutlich der englische Ausdruck benützt. Ein “Strick-Entlang“ (ähem) ist wenn mehrere Leute zur gleichen Zeit etwas stricken, oft das gleiche Muster oder sonst etwas unter einem bestimmten Thema, sozusagen “nebeneinander her“, also ‘along‘.  Ich hoffe das macht Sinn.  Gibt es auch als Sew Along, oder Crochet Along usw.

Das Muster ist der Stitch Block Cowl (hier: Stitch Block Cowl bei Ravelry.com, ein Muster von Purl Bee) - für den braucht man drei Farben.  Ich kann einen Nackenwärmer sehr gut gebrauchen, die Muster schauen interessant aus und bei diesem Gruppenunternehmen teilzunehmen ist eine echt nette Idee.  Man will ja nicht unfreundlich sein!  Ich freu mich darauf den Schwierigkeitsgrad der Muster zu meistern.  Das kann ich mir nicht entgehen lassen!

Da stellte sich dann nur die Frage: welche Wolle nehme ich?  Und obwohl ich einen irrsinnigen Berg an “Möglichkeiten“ angesammelt hatte, hab ich trotzdem nicht total genau das Garn das ich gerne benützen wollte.  Jedenfalls nicht in drei Farben.  Ätzend. Und so nervig!
 

Aber ich bin wirklich absolut wild entschlossen nicht wieder neues Garn zu kaufen* - das hätte ich ungebremst gemacht bevor ich umgezogen bin.  Inzwischen hab ich einfach keinen Platz mehr für die Wolle die ich sowie so schon habe, also muss es was von diesem gebunkerten Vorrat sein.  Muss. Aber tierisch begeistert bin ich nicht.

Meine Idealvorstellung an Wolle hab ich nicht.  Ach.  Zwei Möglichkeiten gibt es aber bei beiden ist es nicht wirklich die Qualität an Wolle die man für einen Cowl braucht.  Ich hab sogar mit dem Gedanken gespielt ein naturbelassenes Garn in drei Farben zu färben (ich will das Garn aber für Schultertücher, also doch nicht) oder sogar einen wenig geliebten Pullover wieder aufzutrennen.  Was auch Unsinn ist.

Dann fiel mir eine dritte Möglichkeit ein: Uschi Sockengarn das ich in hellgrau, dunkelgrau und blau habe: drei Farben die mich tatsächlich begeistern (hallelujah. Das war dann auch der Auslöser für diesen Blog Post) nur ist es zu dünn, aber ich kann es auch doppelt nehmen!  Die Qualität ist auch gut für diese Art Cowl.

Ein weiterer Vorteil das Uschi Garn zu nehmen ist dass es zwar hervorragend für Socken ist aber nicht so super doll für Spitzenschals.  Aber für einen Cowl passt es prima!
Hurra!  Ich bin ja so froh dass mir dieses Garn eingefallen ist: ich kann es endlich für etwas benützen das mich tatsächlich begeistert (ist das herrlich!) und muss es nicht für etwas hernehmen nur damit ich es aufbrauche.

Und das macht mich an: Freude zu haben ein Projekt zu planen und auch noch vernünftig sein und was mit dem Wollgebirge anfangen damit es mich nicht erstickt.


Ausserdem hab ich ein paar Garne identifiziert bei denen ich nicht untröstlich wäre sie weiterzugeben.  Nix wie weg mit den Teilen!



[Nachsatz: ich hab leider doch eine neue Wolle gekauft. Das silber sah zu dem blau und dunkelgrau einfach zu leuchtend aus. Das neue Garn hat mehrere blaue Töne, auch nicht das total wahre aber leider muss ich jetzt noch mehr aufbrauchen also muss das genügen. Herrjeh aber auch!]



Wednesday, 1 October 2014

Ist Entrümpeln arrogant?



Ich hab also seit Monaten versucht mein sehr grosses Zimmer und Zuhause zu entrümpeln.  Es ist schon sehr wahr was man sagt: wieviel Platz man auch hat, man füllt ihn immer.  Genau so war’s bei mir auch.  Ich hatte viel Raum und dann nur noch wenig Platz weil ich es voll gestopft hatte.

Ich wusste ganz genau dass ich geradezu begierig darauf war Zeug loszuwerden um die schwere Bürde zu erleichtern.  Nicht mehr so viel “Zeugs“ in der Gegend rumliegen zu haben.  Es ist mir nur nicht gelungen.

Dann musste ich umziehen und die Wahl zwischen aufheben und dann eben auch diese Sachen mit umziehen müssen, oder wegwerfen (oder weg geben oder sonst irgendwie loswerden) und dann davon befreit sein?  Das hat schon recht gut mit einigem geklappt.  Ganz im Gegensatz zu dem was ich davor gemacht hatte: ich hab ein paar Sachen in die Hand genommen und versucht sie loszuwerden.  Das ging dann oft nicht weil ich doch zu sehr an diesen Teilen gehangen habe. 

Das Hauptproblem war dass ich alte Sachen zu tief verbuddelt hatte und einfach nicht mehr sehen konnte.  Die waren dann am leichtesten wegzuwerfen.  Ich war nur nie weit genug zu ihnen durch gekommen als ich nach loswerdbarem gesucht hatte.

Und bei diesem Kraftakt des Einpackens und gleichzeitig Loswerdens ist es mir dann klar geworden:
Wenn wir etwas aufheben dann behalten wir nicht Möglichkeiten, Potential and Versprechen – sondern wir handeln uns eine schmerzversprechende Bürde auf.  Es kann nie etwas gutes dabei herauskommen wenn man sich zuviel Zeug einhandelt, wenn man seinen Lebensraum vollstopft mit Dingen die da nur so rumstehen und liegen und Platz und Raum wegnehmen.

Ich hab ja sogar Sachen aufgehoben die der Ersatz für etwas werden sollten das ich schon hatte und auch benützt habe.  Als es dann endlich so weit war dass der erste Gegenstand abgenützt oder aufgebraucht war, da wollte ich aber dieses Ersatzteil auch nicht.

Ich hab inzwischen einen Einfall gehabt warum es uns so sehr schwer fällt Sachen loszuwerden die wir nicht mehr wollen.

Könnte es daran liegen dass wir uns nicht so recht trauen uns die Freiheit zu nehmen etwas abzulehnen und weg zu geben?  Uns eben nicht mit etwas begnügen?  Kommt uns das eben nicht wie eine Freiheit vor sondern als wie eine Frechheit sich so etwas zu erlauben?  Fühlt sich das für uns so an als ob wir uns erdreisten Anspruch auf etwas zu erheben wenn wir doch nur dann gute, brave Menschen wären wenn wir wirklich alles was wir in die Finger kriegen auch so gut benützen und ausnützen dass wir das letzte rausholen was dieses Ding zu geben hat?  Es wäre ja verschwenderisch und arrogant zu denken dass wir etwas vorzeitig weggeben wenn es doch noch einen Nutzen hat! Oder, äh, eventuell, vielleicht, mit viel Fantasie und überhaupt, noch irgendwie gerade noch so einen winzigen Nutzen haben könnte?  Eventuell?  Vielleicht?

Wir verdrehen und verknoten uns in Brezelformen um uns nur ja nicht unangenehm dabei zu fühlen dass wir verschwenderisch sein könnten und engen uns dabei den Raum zum durchatmen so richtig ein. Das ist gar nicht gut, auch für unsere Psyche.  Da fühlt man sich doch dabei als würde man ersticken, oder?

Das erstaunliche ist dann dass man sich so sehr viel besser fühtl wenn man anfängt Sachen aus dem eingeengten Raum zu entfernen und loszuwerden.  Freier und leichter.  Unbeschwerter!

Ein Anspruch auf gut zu leben ist doch viel besser als eine Foderung danach dass wir nur ja schön bescheiden sein sollen und genügsam sind.  Und bei diesem Aufheben und Festhalten handeln wir uns dann aber eine erdrückende Masse ein.  Das hat doch mit Bescheidenheit nichts zu tun, das fühlt sich viel mehr nach Arroganz an aus der man heraus nichts hergeben will, nix rausrücken!  Wenn aber ein paar dieser überflüssigen Sachen jemandem anderen dienen könnten dann ist es doch bescheidener wenn man sich entscheidet sie weiterzugeben!

Ist doch wahr.

Warum bin ich auf diesen Gedanken nicht schon vorher gekommen?  Das erschliesst mir jetzt ein bisschen was.  Wenn ich was weggebe dann hat das bei mir mit Selbstbewusstsein zu tun.  Das ich mir  >erlaube<  das zu machen.  Ich nehm mir die Freiheit, ja, ich bin so frech!

Ist das herrlich!