Friday, 25 April 2014

Minimalistische Garderobe?



Äh, nö, nicht für mich danke.

Vor kurzem habe ich diesen Blog Post gelesen von einer jungen Frau die ihre Klamottenanzahl äusserst gering hält, - eine wirklich sehr minimalistische Garderobe.  Sie hatte geschrieben wie sie es macht ihre Anziehsachen auf nur so sehr wenige Exemplare zu beschränken.  Es war wirklich faszinierened.


Sie schaut ihre Kleidung gegen Ende einer Jahreszeit durch: sie holt alles aus ihrem Schrank heraus (das ist nicht so schwierig, sie hat wirklich wenig Sachen) und prüft dann jedes einzelne Stück ob das auch wieder einen Platz im Schrank erhält, - oder nicht.


Wenn sie etwas für die gesamte Saison nicht getragen hat: weg damit. Wenn es etwas besonderes ist und sie es innerhalb des ganzen letzten Jahres nicht getragen hat: auch weg. Wenn es ein Erbstück ist das nicht weg kann: gut verpacken und im Dachboden verstauen (ich hab aber das Gefühl dass sie da auch nicht viel hat).  Wenn ein Stück Löcher oder Flecken aufweisst die nicht mehr rausgehen: weg.  Wenn etwas kaputt ist das gerichtet werden kann: in den Korb zum flicken. Wenn etwas nicht mehr passt (ausgebeult oder sonst verformt) oder ihr nicht wirklich steht: weg damit.


Wenn es andererseits ein Kleidungsstück ist das sie heiss und innig liebt, das ihr steht und das sie tragen will, - das aber nicht nicht mehr passt oder kaputt ist oder sonst was: dann geht sie los zum Einkaufen um es zu ersetzen.  Aber eben nicht zielloses einkaufen, sondern ganz eine ganz bewusste Suche nach diesem bestimmten Stück.  Irre, was? 

Und das fand ich faszinierend: die bewusste Planung durch die sie zu jedem Stück kam.  Dass alle Sachen ihren Platz in ihrem Schrank und ihrem Leben errungen haben.  Dass es da nichts gab dass nur rumhing und muffige Stimmung verbreitet.  Von daher macht mich diese Vorgehensweise an.  Nur wäre ich nie damit zufrieden nur so an die 15-20 hängende Klamotten und nur 12 zusammengefaltete Sachen zur Verfügung zu haben (das schliesst Unterwäsche nicht mit ein, die hat sie nicht mit fotographiert).  Das fand ich so richtig gut: alles was sie besitzt das passt und steht ihr.  Es ist ganz bestimmt etwas das ihr gefällt (sonst hätte sie nicht ausgerechnet diese bestimmte Klamotte wenn sie doch schon so wenig hat), oder das sie sogar sehr liebt.  Nichts hat Löcher oder peinliche Flecken, sonst wäre es aussortiert: da braucht man sich keine Gedanken machen was machen tragen kann: alles ist in Ordnung und man kann sich schnell eine Klamotte grabschen ohne lange kucken zu müssen.


Das ist eigentlich kein Luxus sondern etwas das einem sehr gut tut: keine Zeit mit langweiligem Kucken und Prüfen und Überlegen verbringen zu müssen.  Da kann man sich per Farbe aussuchen nach was einem grad ist, und bei so wenig Sachen weiss man auch genau was man hat und wie es kombinierbar ist.

Die Autorin trägt alles im ‘Layer-look‘, wie heisst das noch auf deutsch?  Zwiebel-look ist es ja wohl nicht, oder?  Wenn man ein paar Lagen mehr trägt wenn es kalt ist, und etwas ausziehen kann wenn es einem zu warm wird.  Dieses.
 

Was mit dieser Verfahrensweise auch recht gut klappen müsste ist dass sich so langsam über Zeit weg zeigt was an Klamotten einem steht, gefällt und gut tut.  Wenn man Sachen nicht besonders oft trägt dann weiss man oft nicht dass es gar nicht mehr das richtige für einen ist.  Wenn ein Kleidungsstück eins von recht wenigen ist, dann muss es sich seinen Platz verdienen und auch wirklich was taugen. Das macht mich wirklich an dabei.


Was mir nicht so gut gefallen hat, und warum ich denke dass eine minimalistische Garderobe nichts für ist: mir wurde beim Anblick richtig bange zumute: wo sind denn die ganzen Farben? Die Frau hatte nur so drei: ein Hemd war wunderbar hellblau, etwas anderes hatte diese golden grüne Farbe, also schön satt, und alles andere war “Farbe“ neutral – also weiss, grau, bräunlich, beige, dunkel und schwarz.  Sonst hatte sie keine tatsächlichen Farben. Kein violett, blau, rot, rosa, gelb, orange oder andere Grüns. Das wäre mir zu beschränkt, zu einengend.  Wenn mir nach einer anderen Farbe zumute ist dann möchte ich gern nach dem T-Shirt in dieser Farbe greifen.  Schön wäre natürlich wenn ich etwas anderes als ein T-Shirt in farbigen Farben hätte.  Leider sind die meisten meiner Klamotten schwarz.  Auch sehr langweilig.


Das möchte ich ändern.  Ich will mehr Farbe in meinen tragbaren Klamotten, und ich will weniger haben: keine überwältigende Masse an Zeugs das mir über den Kopf gewachsen ist und einfach nur noch Wust darstellt, eine beschwerende Last.

In der Hinsicht war der Blog Post wirklich sehr interessant: es gibt mir ein paar Ideen auf was ich Acht geben kann wenn es darum geht Kleidung auszusortieren bei denen ich mir im Zweifel bin ob ich sie noch will.

Wollen schon, aber brauchen?